01. Januar 2007, www.netzeitung.de

Moskau und Minsk einigen sich über Gaspreis

In letzter Minute haben Russland und Weißrussland ihren Gasstreit beigelegt. Ein Fünfjahres-Vertrag sichert nun die weitere Versorgung.

 

Kurz vor dem angedrohten Stopp russischer Erdgas-Lieferungen an Weißrussland haben beide Seiten am Neujahrsmorgen eine Einigung erzielt. Der russische Energiekonzern Gazprom und die Regierung in Misnk unterzeichneten dazu einen Fünfjahresvertrag, der die weitere Versorgung garantiert.

Demnach zahlt Weißrussland in diesem Jahr 100 Dollar je 1000 Kubikmeter Erdgas, wie Gasprom-Sprecher Sergej Kuprijanow zum Abschluss der Gespräche in Moskau mitteilte. Das sind fünf Dollar weniger, als Gasprom gefordert hatte - allerdings mehr als doppelt so viel wie bisher.

Die Vereinbarung sieht laut Kuprijanow auch vor, dass Gasprom einen Anteil von 50 Prozent an der weißrussischen Pipeline-Gesellschaft Beltransgas erwirbt. Dafür zahlt Gasprom einen Barbetrag in noch nicht bekannter Höhe.

 

Glos noch nicht beruhigt

Auf Grund der Einigung können die durch Weißrussland geführten Erdgaslieferungen nach Deutschland und in andere Länder wie bisher fortgeführt werden. Die Gefahr möglicher Engpässe bei der Erdgasversorgung von Deutschland ist vorerst gebannt. Die Regierung in Weißrussland hatte zuvor damit gedroht, die Exporte zu behindern, sollte Gasprom die Lieferungen einstellen.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) begrüßte die Einigung, warnte aber zugleich vor einer allzu großen Abhängigkeit Deutschlands von Gaslieferungen aus dem Osten.

 

Regierung in Minsk in Sorge um ihre Industrie

Nach der Einigung äußerte der weißrussische Ministerpräsident Sergej Sidorski außerdem die Befürchtung, dass die Erdgasindustrie seines Landes nicht mehr konkurrenzfähig sein werde. «Die Erhöhung des Gaspreises auf 100 Dollar trifft die weißrussische Wirtschaft schwer und ist fast nicht zu schultern», sagte er.

Bei einem Stopp der Erdgasexporte an die Ukraine war es vor genau einem Jahr zeitweise zu Kürzungen bei den Lieferungen an westeuropäische Länder gekommen. Russland wurde daraufhin vorgeworfen, das Erdgas als politische Waffe zu missbrauchen. Anders als die Ukraine unterhält Weißrussland aber enge Verbindungen zu Moskau. (nz)

 

 

Jenni Energietechnik AG