Moskau, 27. Dezember 2006, RIA Novosti

„Gasprom ist nicht Santa Claus“ - Weißrussland kriegt kein Gas geschenkt

 

Der russische Energiekonzern Gasprom droht damit, die Gaslieferungen nach Weißrussland einzustellen, sollte kein neuer Vertrag unterzeichnet werden.

„Gasprom ist nicht Santa Klaus, um Geschenke für die weißrussischen Behörden zu machen“, erklärte Gasprom-Sprecher Sergej Kuprijanow gegenüber RIA Novosti.

Ihm zufolge machte der Konzern Weißrussland bereits „erhebliche Zugeständnisse“, die in anderen ehemaligen Sowjetrepubliken ohne Beispiel sind. Gasprom biete Weißrussland Erdgas zu einem Preis von lediglich 105 US-Dollar je tausend Kubikmeter an. 75 Dollar davon sollte Weißrussland mit Geld, und den Rest mit Aktien des heimischen Energieversorgers Beltransgas bezahlen.

In einer Übergangszeit von vier Jahren soll das Preisdynamik für Weißrussland, so die Gasprom-Offerte, mit dem Tarifanstieg auf dem russischen Binnenmarkt verknüpft werden. Bis 2011 würden der Preis für Weißrussland wie auch der russische Inlandspreis den europäischen Stand (abzüglich Transportkosten und Zoll) erreichen.

Kuprijanow verwies darauf, dass Gasprom seit vielen Jahren Erdgas unter Wert nach Weißrussland liefere. Im Gegenzug verspreche Weißrussland ein Joint Venture mit Beltransgas. „Nun stellt sich heraus, dass wir für Beltransgas zusätzlich zahlen müssen, und zwar die maximale Summe“, empörte sich Kuprijanow.

Der bestehende Liefervertrag mit Weißrussland läuft in vier Tagen ab. Zuvor erklärte der weißrussische Vizepremier Wladimir Semaschko, wenn bis zum 1. Januar 2007 kein neuer Vertrag unterzeichnet werden würde, die weißrussische Seite vom bestehenden Vertrag ausgehen könne.

Der Gasprom-Sprecher bezeichnete diese Erklärung als unbegründet. Nach Ablauf des Vertrags wären die Gaslieferungen nur dann möglich, wenn ein neuer Vertrag abgeschlossen werde, betonte er.

Ihm zufolge machte die russische Seite Weißrussland ein weiteres Zugeständnis, als sie sich mit der Bewertung der Beltransgas-Aktiva in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar einverstanden erklärte, obwohl der Realwert des Unternehmens bei 3,3 Milliarden Dollar liege.

Wenn Gasprom die Forderungen der weißrussischen Seite akzeptieren würde, würde der Konzern 2007 nicht nur Erdgas unentgeltlich an Weißrussland liefern, sondern auch mehr als eine Milliarde Dollar diesem Land verschenken, sagte Kuprijanow.

 

 

 


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