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Der russische Energiekonzern Gasprom droht damit, die
Gaslieferungen nach Weißrussland einzustellen, sollte kein neuer
Vertrag unterzeichnet werden.
„Gasprom ist nicht Santa Klaus, um Geschenke für die weißrussischen
Behörden zu machen“, erklärte Gasprom-Sprecher Sergej
Kuprijanow gegenüber RIA Novosti.
Ihm zufolge machte der Konzern Weißrussland bereits
„erhebliche Zugeständnisse“, die in anderen ehemaligen
Sowjetrepubliken ohne Beispiel sind. Gasprom biete Weißrussland
Erdgas zu einem Preis von lediglich 105 US-Dollar je tausend
Kubikmeter an. 75 Dollar davon sollte Weißrussland mit Geld, und
den Rest mit Aktien des heimischen Energieversorgers Beltransgas
bezahlen.
In einer Übergangszeit von vier Jahren soll das Preisdynamik für
Weißrussland, so die Gasprom-Offerte, mit dem Tarifanstieg auf
dem russischen Binnenmarkt verknüpft werden. Bis 2011 würden der
Preis für Weißrussland wie auch der russische Inlandspreis den
europäischen Stand (abzüglich Transportkosten und Zoll)
erreichen.
Kuprijanow verwies darauf, dass Gasprom seit vielen Jahren
Erdgas unter Wert nach Weißrussland liefere. Im Gegenzug
verspreche Weißrussland ein Joint Venture mit Beltransgas. „Nun
stellt sich heraus, dass wir für Beltransgas zusätzlich zahlen müssen,
und zwar die maximale Summe“, empörte sich Kuprijanow.
Der bestehende Liefervertrag mit Weißrussland läuft in vier
Tagen ab. Zuvor erklärte der weißrussische Vizepremier Wladimir
Semaschko, wenn bis zum 1. Januar 2007 kein neuer Vertrag
unterzeichnet werden würde, die weißrussische Seite vom
bestehenden Vertrag ausgehen könne.
Der Gasprom-Sprecher bezeichnete diese Erklärung als unbegründet.
Nach Ablauf des Vertrags wären die Gaslieferungen nur dann möglich,
wenn ein neuer Vertrag abgeschlossen werde, betonte er.
Ihm zufolge machte die russische Seite Weißrussland ein
weiteres Zugeständnis, als sie sich mit der Bewertung der
Beltransgas-Aktiva in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar
einverstanden erklärte, obwohl der Realwert des Unternehmens bei
3,3 Milliarden Dollar liege.
Wenn Gasprom die Forderungen der weißrussischen Seite
akzeptieren würde, würde der Konzern 2007 nicht nur Erdgas
unentgeltlich an Weißrussland liefern, sondern auch mehr als eine
Milliarde Dollar diesem Land verschenken, sagte Kuprijanow.
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