01. Januar 2007, www.netzeitung.de

Shell bleibt auf Mehrkosten für Sachalin sitzen

Gasprom übernimmt zwar die Mehrheit an dem sibirischen Gasprojekt Sachalin-2. An den Mehrkosten in Milliardenhöhe beteiligt sich der russische Staatskonzern allerdings nicht – diese bleiben an Shell hängen.

 

Der britisch-niederländische Ölkonzern Royal Dutch Shell und dessen Partner tragen die zusätzlichen Kosten von 3,6 Milliarden Dollar für das Förderprojekt Sachalin-2 alleine. Der russische Versorger Gasprom, der für 7,4 Milliarden Dollar die Mehrheit an dem Gasprojekt auf der Insel Sachalin vor der sibirischen Küste übernimmt, beteiligt sich nicht an den deutlich höheren Entwicklungs- und Erschließungskosten. Das russische Energieministerium bestätigte inzwischen entsprechende Medienberichte.

Shell hatte sich wenige Tage vor Weihnachten dem anhaltenden Druck Moskaus gebeugt und die Führung des Flüssiggas-Projektes an Gasprom abgetreten. Allerdings wurde jetzt erst bekannt, dass der Ölkonzern und Gasprom im Beisein von Kreml-Chef Wladimir Putin nicht nur den Mehrheitsverkauf vereinbart hatten, sondern auch eine von Russland bislang abgelehnte Erhöhung der Mittel für Sachalin-2.

Dabei stimmte Moskau der Aufstockung des Investitions-Budgets von 15,8 Milliarden Dollar auf 19,4 Milliarden Dollar bis 2014 zu. Im Gegenzug akzeptierten Shell und dessen Partner, die 3,6 Milliarden Dollar aus eigener Tasche zu zahlen.

Geschenk für Gasprom

Für Russland gibt es indes eine wichtige Einschränkung: Der Kreml bekommt erst dann Einnahmen aus dem Flüssiggas- Verkauf, wenn die Investoren ihre Ausgaben komplett refinanziert haben. Dann erst werden auch Steuern an den russischen Staat fällig. Das sei dennoch «ein Geschenk an Gasprom», sagte der russische Investmentanalyst Denis Borissow.

Durch den am 21. Dezember vereinbarten Deal verringert sich der Anteil von Shell an dem Konsortium von 55 Prozent auf 27,5 Prozent. Die japanischen Unternehmen Mitsui und Mitsubishi halten dann noch 12,5 und zehn Prozent. (nz)

 

Jenni Energietechnik AG