23. Juni 2005, NEUES REKORDHOCH
 
Ölpreis überspringt die 60-Dollar-Marke
 
Hiobsbotschaft von den Rohstoffmärkten: Der Ölpreis ist im Tagesverlauf um fast zwei Dollar pro Barrel gestiegen und hat damit ein neues Allzeithoch erreicht. Die US-Börsen geben prompt nach.
 

Ölfässer vor der Reinigung: Selbst der Chef von Exxon ist ratlos
New York - Um 11.47 Uhr amerikanischer Ostküstenzeit war es soweit: Der Ölpreis für die Sorte WTI notierte im New Yorker Handel kurzzeitig über 60 Dollar pro Barrel (159 Liter). Im Tagesverlauf hatte er da bereits um 1,91 Dollar zugelegt. Kurz darauf schwächten sich die Käufe an den Ölmärkten etwas ab. Der Preis rutschte wieder auf 59,65 Dollar - immer noch deutlich höher als am Vortag.

Einige Händler begründeten den Anstieg mit der Sorge, dass die Förderkapazität derzeit nicht ausreiche, um die hohe weltweite Nachfrage nach Öl zu decken. Die US-Regierung hatte am

Mittwoch Daten veröffentlicht, aus denen hervorging, dass der Preisanstieg bisher noch nicht zu einer nennenswerten Abschwächung der Nachfrage geführt hatte. Analysten sagten aber, wirklich fundamentale Gründe für den Anstieg gebe es nicht. Spekulanten hätten einfach versucht, den Preis über die 60-Dollar-Marke zu treiben.
 
Bereits zu Beginn der Woche war der Preis zwischenzeitlich auf 59,52 Dollar hochgeschnellt - dies war der bis dahin höchste Stand seit Beginn der Notierung 1983. Analysten schlossen danach einen Anstieg auf mehr als 60 Dollar nicht mehr aus. Innerhalb dieses Jahres hat der Ölpreis um 40 Prozent zugelegt.
 
Der Preis für die Sorte Brent Crude hatte an der Londoner Börse am Nachmittag zuletzt 58,38 Dollar erreicht. Dies war ein Anstieg um 1,80 Dollar gegenüber dem Vortag.
 
Der Preisanstieg belastete die Aktienmärkte in den USA. Dow-Jones-Index büßte bis 20 Uhr deutscher Zeit 0,9 Prozent ein und fiel auf 10.488 Punkte. Der Nasdaq-Composite, der sich zuvor im Plus befunden hatte, verlor 0,5 Prozent auf 2081 Zähler.
 
Der Chef des weltgrößten Ölkonzerns Exxon Mobil Lee Raymond, hatte im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters vor wenigen Tagen gesagt: "Wir können nur spekulieren, wo dieser Kreislauf enden wird. Ich glaube aber, wir brauchen ein paar Jahre, bis wir wissen, wohin das führt."
 
 
 

Jenni Energietechnik AG