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Erdölexperte Matthew Simmons erklärt, warum
wir bald mehr für Energie und weniger für Sport und Unterhaltung
ausgeben werden und warum die Chinesen auf dem richtigen Weg sind. Matthew Simmons ist Chef einer Investmentbank in Houston, die als
Beraterin bei Ölgeschäften im Wert von über 63 Milliarden Dollar tätig
war. Sein Fachwissen ist gefragt; Simmons gehörte der
Energie-Task-Force um Vizepräsident Dick Cheney an und er meldet sich
regelmässig mit Beiträgen in Fachzeitschriften zu Wort. Aufsehen
erregt Simmons derzeit mit seinem neuen Buch «Twilight in the Desert:
The coming Saudi Oil Shock and the World Economy». Darin analysiert er
als erster über 200 geologische, meist schwer zugängliche Studien der
staatlichen saudischen Ölgesellschaft Aramco und kommt zum Schluss,
dass Saudi-Arabien wahrscheinlich weniger Ölreserven besitzt als
angenommen und die riesigen Ölfelder derzeit so aggressiv ausbeutet,
dass die Vorräte vorschnell zur Neige gehen. Simmons gehört zu den
sogenannten Öl-Pessimisten, die einen unmittelbar bevorstehenden
Oil-Peak voraussagen und daraus stark steigende Preise ableiten. Er sei
kein Umweltschützer und unterstütze Präsident Bush, sagt er. Aber die
drohende Versorgungskrise zwinge zu einer resoluten Veränderung des
Energiekonsums und könnte den USA gegenüber China einen grossen
technologischen Rückstand einbringen.
Die meisten Ölhändler erklären den stark gestiegenen Preis mit
dem hohen Energiekonsum in China und Indien. Genügt Ihnen dieser Erklärungsversuch?
Dass der Ölpreis entgegen allen Erwartungen derart stark schwankt,
spiegelt die Tatsache wider, dass wir praktisch alle unsere Reserven
angezapft haben und die Nachfrage von nun an über dem Angebot liegt.
Dies muss zu Versorgungsengpässen führen, die zum ersten Mal nicht
mehr durch politische Unruhen verursacht werden, sondern Förderschwierigkeiten.
Wir werden noch einmal auf den Sommer 2005 zurückblicken und uns
fragen, wieso wir glaubten, ein Ölpreis von 60 Dollar pro Fass sei so
unglaublich hoch. 60 Dollar entsprechen gerade einmal 18 Cents für eine
Pint (knapp 0,5 Liter). Dafür bekommen sie nicht einmal den billigsten
Wein.
Die Investmentbank Goldman Sachs verschreckte im Frühling die Märkte,
als sie mittelfristig eine Preisspitze von 105 Dollar pro Fass 105
Dollar voraussagte. Wollte die Bank nur die Spekulation anheizen?
Ich widerspreche der Meinung, dass 105 Dollar eine Preisspitze sind.
Schon diesen Winter dürfte die Nachfrage das Angebot um 2 bis 5
Millionen Fass pro Tag übersteigen (zurzeit werden weltweit rund 84
Millionen Fass pro Tag verbraucht, die Red.). Engpässe sind praktisch
sicher. Wir wissen nur nicht, ob sie beim Heizöl, beim Flugpetrol oder
beim Autobenzin eintreten.
Müssen wir Preise von 30 bis 40 Dollar für immer vergessen?
Wenn China in eine Depression stürzt oder die Weltwirtschaft im
Herbst um 10 Prozent einbricht, dann sehen wir sogar 20 bis 30 Dollar.
Das wäre aber eine vorübergehende Spekulation. Die Daueroptimisten müssen
zwangshaft eine Verlangsamung der Wirtschaft in China voraussagen, um
nicht in Panik zu geraten.
Was ist aus Ihrer Optik ein realistischer Ölpreis?
Wir müssen in den kommenden Jahren mit einem Ölpreis von 200 bis
250 Dollar pro Fass rechnen. Dies bezieht die notwendigen Investitionen
in die Infrastrukturen und eine Rendite von 10 Prozent ein. Ich war kürzlich
an einer Hochzeit in Kenia. Nairobi zählt 9 Millionen Menschen, fast
zwanzigmal mehr als vor 35 Jahren. Die Verkehrsstaus sind so schlimm wie
in Mexiko Stadt. Und dies, obwohl die Nigerianer 6 Dollar bis 6,5 Dollar
pro Gallone Benzin (dreimal mehr als in den USA, die Red.) zahlen. Wir
sind so verwöhnt und glauben, dass 20 Dollar pro Fass ein fairer Preis
seien. Aber in der Realität haben wir in den letzten 20 Jahren das
beste, am leichtesten abbaubare Öl verbraucht. Das schwefelhaltige Öl,
der Ölsand und andere schwer abbaubare Produkte sind übriggeblieben.
Die höheren Produktionskosten werden auf den Preis durchschlagen und
den Wert dieses limitierten Rohstoff abbilden.
Die Ölmultis machen riesige Gewinne, aber halten sich mit
Investitionen stark zurück. Niemand will in den USA eine Raffinerie
bauen, obwohl die Anlagen überlastet sind. Warum?
Für die Ölfirmen sind derartige Investitionen nicht attraktiv. Sie
hassen die Raffinerien, weil sie damit in den letzten 30 Jahren nur Geld
verloren haben. Gleiches gilt für die Pipelines. Wenn wir unsere
unterirdischen Leitungen ausgraben und den Leuten zeigen würden, sie
fielen in Ohnmacht. Die Pipelines sind 50 Jahre alt und in so schlechtem
Zustand, dass sie unter unseren Augen zerfallen. Allein sie zu ersetzen,
kostet mindestens 1 Billion Dollar.
Wenn die Ölfirmen nicht zahlen, wer muss die Kosten der
Infrastruktur übernehmen?
Ich will ja nicht bösartig sein. Aber der Ölpreis wird eben auch
deswegen so stark steigen müssen, um die nötigen Investitionen zu
decken. Ich habe kürzlich mit einem Freund gesprochen, der dieses
unglaublich luxuriöse Fischerboot in Florida besitzt. Das verbraucht 50
Gallonen pro Stunde. Jetzt beklagt er sich über den hohen Benzinpreis.
Ich lache nur und sage, dass der Sprit gemessen an dem, was er für das
Boot bezahlt hat, gar nicht besonders teuer ist.
Sie haben bis jetzt kein Wort zur Energieeffizienz und zum Sparen
gesagt. Ist den Amerikanern eine Einschränkung ihres Energiekonsums
nicht zuzumuten?
Ich glaube, dass wir unsere Budgets zwangsläufig ändern werden. Wir
werden weniger für Sport und Unterhaltung ausgeben und mehr für die
Energie. In Houston haben wir ein ziemlich mittelmässiges
Football-Team. Trotzdem kommen zu jedem Heimspiel 60\x0f000 Zuschauer
ins Stadion und legen im Schnitt 50 Dollar aus. Letzthin erhielt ein
Spieler einen Siebenjahresvertrag von 130 Millionen Dollar. Was ich
damit sagen will: Wir werden unser Wirtschaft nicht kaputtmachen, wenn
wir 50 Cents für einen Pint Öl bezahlen müssen.
China streckt die Hand nach amerikanischen Ölfirmen aus und ist
bereit, mehr zu zahlen als die Amerikaner selber. Haben die Chinesen den
Realitätssinn verloren?
China wird der Gewinner des Spiels sein. Die Chinesen sind fähig,
langfristig zu planen. Wir denken in Minuten, sie denken in Jahrzehnten.
Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass sie den Energieproblemen sehr viel
Aufmerksamkeit schenken und sie besser durchschauen als wir. Sie bauen
jetzt ein effizientes Energiesystem auf und werden uns damit noch überholen.
Nehmen sie die Autoindustrie: China baut seine Flotte in wenigen Jahre
auf sparsame Wagen um. Detroit brauchte dafür 20 Jahre. Wir müssen ein
ineffizientes System ersetzen, das in der falschen Annahme gebaut wurde,
billiges Öl sei für immer zu haben.
Sie haben über 200 Berichte der staatlich saudischen Ölgesellschaft
Aramco untersucht und kommen zum Schluss, dass Saudi-Arabien die Weltöffentlichkeit
punkto Ölförderung und Reserven hinters Licht führt. Wie gravierend
ist die Lage?
Das grosse Geheimnis des Mittleren Ostens besteht darin, dass man
irgendwo ein Loch im Wüstensand bohren muss und neues Öl zum Vorschein
kommt. Saudi-Arabien im speziellen erweckte den Anschein, die steigende
Nachfrage stets decken und in 20 Jahren 20 bis 25 Millionen Fass pro Tag
fördern zu können (zurzeit sind es gut 10 Millionen Fass, die Red.).
Ich sage nur, träumt weiter.
Wie erklären Sie diese Vernebelungstaktik?
In den frühen 70er Jahren haben Exxon, Chevron, Texaco und Mobil
einen Schlüsselentscheid getroffen. Sie haben bekanntlich die
saudischen Reserven ausgebeutet, bevor die Industrie verstaatlicht
wurde. Weil die Nachfrage damals so stark wuchs, wurden die Ölfirmen
geldgierig und versprachen, die Produktion bis in die 80er Jahre auf 20
bis 25 Millionen Fass auszuweiten. Die saudische Regierung glaubte ihnen
und hielt den Mythos der für immer sprudelnden Ölquellen bis heute
aufrecht. Ironischerweise waren es also die Amerikaner, die das Konzept
der unbegrenzten Ölvorräte erfunden haben.
Warum sollte Saudi-Arabien ein Interesse daran haben, die Ölförderung
und die Vorräte zu manipulieren?
In den frühen 80er Jahren begannen sich die saudischen
Verantwortlichen um die hohe Förderquote von 10 Millionen Fass Sorgen
zu machen. Die Unterlagen der Aramco zeigen, dass diese Quote nicht
aufrechterhalten werden konnte, ohne die Ölfelder zu zerstören. Sie
fuhren deshalb die Produktion stark zurück, und die ganze Welt dachte,
die Saudis versuchten nur, den Preis künstlich hochzuhalten. Tatsächlich
aber waren sie die einzigen Realisten. Sie begriffen, dass sie die Förderung
zurückschrauben mussten, um ihre Felder länger und nachhaltiger nutzen
zu können. Im August 1990 kam Saddam Hussein dazwischen und marschierte
in Kuwait ein, worauf ein Embargo für Ölexporte aus dem Irak und
Kuwait verhängt wurde. Alle anderen Länder wurden angewiesen, den
letzten Tropfen Öl zu fördern, um den Markt stabil zu halten.
Saudi-Arabien erhöhte von 5 auf 8 Millionen Fass und geriert wieder in
die alten Probleme der Überproduktion, durfte dies aber als grösstes Förderland
nicht zugeben.
Wie gross ist die Gefahr, dass Saudi-Arabien derzeit zu viel
Wasser in die Ölfelder pumpt und letztlich die Felder schneller erschöpft
als nötig?
Die Folgen dieser Überproduktion sind so düster, dass alle
involvierten Parteien noch einmal tief Luft holen und die Produktion
rasch eindämmen sollten. Die Saudis halluzinieren, wenn sie meinen,
dass ihre Reserven nicht desto schneller schwinden, je aggressiver sie
sie ausbeuten. Sie träumen, wenn sie behaupten, über die nächsten 50
Jahre 15 Millionen Fass pro Tag liefern zu können.
Ihre Kritiker sagen, sei seien ein Technokrat und als
Investmentbanker an spekulativen Preisen interessiert.
Vor zehn Wochen wussten noch weniger als 50 Leute von meinen
Aussagen. Heute sind bereits 50\x0f000 Bücher im Umlauf. Das Echo der
spezialisierten Ingenieure und Geologen ist riesig. Meine Kritiker sind
nicht nur die Saudis. Sie behaupten, es sei stupid, die künftige
Versorgung auf der Grundlage von technischen Studien abzuschätzen. Und
überhaupt sähe ich nur die Probleme, nicht aber die Chancen der
Branche. Das ist Unsinn. Ich habe als erster die über 200 Studien der
Aramco-Ingenieure im Detail analysiert und bin mir vorgekommen wie ein
Arzt, der eine Leiche seziert. Die Papiere belegen, dass die Saudis in
den 90er Jahren noch und noch zu optimistisch waren und nicht die Förderquote
erreichten, die sie vorausgesagt hatten.
Die Geschichte zeigt, dass die Wahrheit oft jene Insider am
meisten überrascht, die in einem Unternehmen oder in einem Land selber
die Geheimniskrämerei ermöglicht haben. Trifft dies angesichts der
engen Verbindung zu den Saudis auch für die US-Regierung zu?
Nicht nur, die ganze Welt träumt. Die Internationale Energieagentur
etwa glaubt noch an Prognosen, wonach im Mittleren Osten im Jahr 2030
rund 50 Millionen Fass gefördert werden. Diese Behauptung braucht sie
aber, um auf dem Papier die steigende Nachfrage zu decken. Wer glaubt,
dass 50 Millionen Fass möglich sind, muss auch annehmen, dass
Saudi-Arabien dann 25 bis 30 Millionen fördern wird.
Wenn die Lage so düster ist, warum hören wir aus dem Weissen
Haus nicht klarere Worte und sehen keine entschiedenen Taten für eine
neue Energiepolitik?
Ich weiss, dass das Problem die Berater des Präsidenten stark
beunruhigt. Ein befreundeter Abgeordneter hat kürzlich eine halbe
Stunde mit dem Präsidenten über die bevorstehende Verknappung
gesprochen. Und wissen Sie was? Der Präsident hat zugegeben, dass man
diesem Problem bisher zu wenig Beachtung geschenkt habe. Man darf nicht
vergessen, dass von allen Seiten stets behauptet wird, Saudi-Arabien
stelle kein Problem dar. Der Präsident hat versprochen, dieses Problem
ernsthaft studieren zu lassen.
Es scheint mir doch erstaunlich, dass sich die US-Regierung erst
jetzt mit der Frage der Erdölverknappung befasst.
Ich vergleiche die Lage mit dem Kalten Krieg, der immerhin 50 Jahre
gedauert hat. Damals konnte man nach Moskau reisen und sich selber
umsehen. Die Transparenz war eigentlich grösser als in den heutigen Erdölmärkten.
Und trotzdem hat man den Behauptungen der Sowjetunion geglaubt, sie
seien die grösste Wirtschaftsmacht der Welt und sie würden die
Amerikaner in den Boden stampfen. (lacht) Die Energiespezialisten in der
Regierung Bush werden praktisch wöchentlich von Experten des American
Petroleum Institute oder von Exxon besucht, die ihnen vormachen, die Ölproduktion
sei kein Problem und der Preis werde wieder zusammenbrechen. Sie
behaupten auch, dass Kanada gleich viele Reserven hat wie Saudi-Arabien.
Nur handelt es sich um Bitumen, der nicht gleich genutzt werden kann wie
Öl. Es wird viel Mist herumgeboten, und niemand hat die Übersicht.
Deshalb ist so schwer, Meinungen zu ändern.
Präsident Bush hat am G8-Gipfel behauptet, eine nachhaltige, den
Klimawandel einbeziehende Energiepolitik würde die amerikanische
Wirtschaft zerstören. Wie erklären Sie den Widerspruch zwischen
solchen Aussagen und der nahenden Verknappung der Ölreserven?
Ich weiss, dass unter den Topberatern des Präsidenten eine
unglaubliche Frustration herrscht. Sie sind frustriert, weil ihnen
bisher jeder Versuch, die Energiepolitik zu ändern, ein blaues Auge
eingetragen hat. Die öffentliche Meinung ist extrem negativ. Ich muss
dem Präsidenten zugute halten, dass er nicht aufgibt. Es wäre das
leichteste in der Welt gewesen, die Förderung in Naturschutzgebiet des
nördlichen Alaska aufzugeben. Nicht dass diese Vorhaben ein
Patentrezept wäre, aber darauf zu verzichten, vergrössert nur den
Engpass. Kurz nach dem Amtsantritt hat er auch entschieden, die
Nuklearoption wieder hervorzunehmen, nachdem sich eine Erdgasverknappung
abzeichnete. Der Widerstand war enorm. Bevor wir überhaupt vernünftig
diskutieren konnten, haben wir uns in einer erbitterten Debatte um ein
Endlager in Nevada verheddert. Obwohl er nur mit einer Differenz von
vier Elektorenstimmen gewählt und die fünf Stimmen in Nevada aufs
Spiel setzte, trieb der Präsident die Nuklearoption voran. Das zeigt,
wie ernsthaft wir eine neue Energiepolitik anstrebten.
Allerdings fehlt eine Komponente, nämlich das Energiesparen. Ist
den Amerikanern eine Änderung ihres exzessiven Konsums nicht zuzumuten?
Es ist ganz einfach. Sobald das Angebot nicht mehr wächst, kann auch
die Nachfrage nicht mehr wachsen. Wir alle müssen unseren
Energieverbrauch überdenken und ändern. 70 Prozent des Öls wird
weltweit im Strassenverkehr verbraucht, somit muss der Energiekrieg an
der Transportfront geführt werden. Nicht funktionieren werden
Verbrauchsstandards. Es dauert viel zu lange, bis die Autoflotte
umgestellt ist. Dagegen müssen wir sofort Lastwagen von den Autobahnen
wegnehmen und die Gütertransporte auf die weit effizientere Schiene und
das Wasser verlagern. Das wird die Verkehrstaus abbauen, unsere grössten
Hindernisse, den Benzinverbrauch zu senken.
Sie gehören zu den sogenannten Öl-Pessimisten und sprechen von
einem nahenden Oil-Peak. Professor Ken Deffeyes behauptet, die weltweite
Produktionsspitze werde bereits am kommenden Thanksgiving-Tag erreicht.
Ist dies nicht Panikmache?
Ken will nur provozieren. Nur gibt es für 95 Prozent der Reserven
keine unabhängige, verlässliche Nachprüfung. Ich vermute stark, dass
Saudi-Arabien nur 30 Prozent der ausgewiesenen Reserven im Boden hat und
in der Realität sogar nur noch 15 Prozent vorhanden sind, weil sie die
Felder jetzt derart intensiv auspumpen. Man muss somit den Oil Peak neu
definieren. Entscheidend wäre nicht mehr ein Stichdatum, sondern ein
Periode von fünf bis zehn Jahren, in der ausreichend und stabil Öl gefördert
werden kann. Gemessen an dieser Vorgabe, ist es sehr wahrscheinlich,
dass Saudi-Arabien den Gipfel der Förderung überschritten hat. Stimmt
meine Annahme, so hat damit auch die Welt den Höhepunkt der Ölproduktion
bereits hinter sich.
Was ist mit Russland? Die unerschlossenen Reserven sollen gewaltig
sein und könnten nach Meinung von Geologen die Versorgungslücke
decken.
Wenn sie die Rosabrille abnehmen, sehen Sie, dass die bemerkenswerte
Steigerung in Russland nur eine Folge der Rubelabwertung war. Dies
erlaubte, eine grosse Menge von vermeintlich billigem Öl zu fördern.
Jetzt meldet sich die Realität zurück, und die Produktion sinkt.
Mexiko ist am Rand eines Förderkollapses, China ebenfalls. Die
Produktion in der Nordsee ist 25 Prozent tiefer als auf dem Höhepunkt
1999. Die Förderung in der Tiefsee wird dieses Jahr den Gipfel
erreichen und sinken. Kurz: Es gibt absolut keine Hinweise dafür, dass
die Welt einen Rückgang der Förderung in Saudi-Arabien auch nur um 15
Prozent ausgleichen könnte. |
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